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Wussten Sie schon ... ?!?
Hier in der Rubrik "Wussten Sie schon ... ?!?" finden
Sie interessante Infos zum Thema Diabetes, welche
wir extra für Sie zusammengestellt haben und in regel-mäßigen Abständen aktualisieren bzw. ergänzen werden.
Wenn Sie eine Frage haben oder sich anderweitig an dem Thema beteiligen möchten, dann schreiben Sie uns bitte:
Ihre Fragen und Anregungen werden gern aufgegriffen und wenn möglich hier in dieser Rubrik beschrieben!
Fortschritt in der Typ-II Therapie
Fortschritt in der Typ-II Therapie durch Glitazone
Schätzungen zufolge wird sich die Zahl der Typ-II Diabetiker in den nächsten 30 Jahren nahezu verdoppeln. Grund hierfür ist an erster Stelle das Übergewicht. Nach wie vor ernähren sich die Deutschen falsch – sie essen zu viel, vor allem zu viel Fett mit zu wenig Ballaststoffen. Meist kommt dann noch mangelnde Bewegung hinzu. Es entsteht ein Teufelskreis, in dem das Übergewicht dazu beiträgt, dass die Körpergewebe immer unempfindlicher für das Insulin werden. Das Insulin vermittelt die Aufnahme von Glukose aus dem Blut in die Körperzelle und reguliert dadurch den Blutzuckerspiegel. Wenn nun aber zum Beispiel die Muskel- und Leberzellen nicht mehr richtig auf das Insulin reagieren und weniger Glukose aufnehmen, steigen die Blutzuckerwerte an.
Die Bauchspeicheldrüse versucht, dem entgegenzuwirken, indem sie immer mehr Insulin produziert. Wenn das Organ mit der Zeit die ständig hohe Insulinproduktion nicht mehr aufbringen kann, ist der Anstieg der Blutzuckerwerte nicht mehr aufzuhalten – der Diabetes tritt in Erscheinung. Bei rund 80% der Typ-II Diabetiker spielt die Insulinresistenz die Hauptrolle bei der Entgleisung der Stoffwechselkrankheit. Schon lange bevor erhöhte Blutzuckerwerte gemessen werden können, gerät oft der Fettstoffwechsel außer Kontrolle. Es fällt zu viel vom schlechten LDL – Cholesterin, aber zu wenig vom guten HDL-Cholesterin im Blut an, auch die Menge der freien Fettsäuren steigt.
Zusätzlich ist oft der Blutdruck erhöht. Außerdem neigt das Blut von Diabetikern dazu, schneller zu gerinnen. Damit wächst die Gefahr von akuten Gefäßproblemen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.
Diese Kombination von Übergewicht, Insulinresistenz, Fettstoffwechselstörung und Bluthochdruck nennt man das Metabolische Syndrom.
Glitazone - ein neues Wirkprinzip
Die Glitazone greifen direkt an der Insulinresistenz an. Sie machen in erster Linie die Leber- und Muskelzellen wieder empfindlicher für das Insulin. Die Glucose kann dadurch besser in die Zellen einströmen, die Blutzuckerwerte sinken, und die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse wird entlastet.
Insbesondere Pioglitazon ( Handelsname Actos ) hat darüber hinaus aber auch noch günstige Effekte auf die anderen Faktoren des metabolischen Syndroms. Es erhöht nachweisbar das HDL – Cholesterin und reduziert die freien Fettsäuren. In kontrollierten Experimenten senkt es auch den Blutdruck und beeinflusst die Blutgerinnung positiv. Ob diese Effekte auch bei Rosiglitazon ( Handelsname Avandia) auftreten, ist zur Zeit noch nicht belegt.
Zur Zeit haben die Glitazone in Deutschland noch keine Zulassung zur Monotherapie – also als alleiniges Medikament – bei Diabetes, da die bisherigen Daten für eine Zulassung nicht ausreichen. Bei den Untersuchungen für die Kombinationsbehandlung mit einem Sulfonylharnstoff und mit Metformin war das anders. Es zeigte sich, dass die Glitazone die Wirkung der anderen Antidiabetika deutlich verstärken. Unterzuckerungen können Glitazone selbst nicht auslösen. Dagegen könnte das Unterzuckerungsrisiko steigen, wenn Glitazone zusammen mit Medikamenten genommen werden, die den Blutzuckerspiegel senken, z.B. Sulfonylharnstoffe.
Glitazone haben im Vergleich zu anderen Antidiabetika relativ geringe Nebenwirkungen. Leberschädigungen wie bei den ersten Vertretern dieser Wirkstoffgruppe sind heute nicht mehr zu erwarten. Meist handelt es sich bei den Nebenwirkungen um leichte Ödeme – also Flüssigkeitseinlagerungen – die mit einer Gewichtserhöhung von ca. drei Kilogramm einhergehen. Eine solche Gewichtszunahme tritt aber auch bei der Behandlung mit Antidiabetika vom Sulfonylharnstofftyp oder mit Insulin auf.
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